
Kommunalpolitik

Leben in der Region menschlicher gemacht
Erschienen in der Frankenpost vom 28.05.2010
Von Annemarie Riedel
Selb - Zum ersten Mal veranstaltete die SPD-Landtagsfraktion in der Selber Gaststätte Eisstadion einen Sozialempfang. Dabei ging es den beiden SPD- Landtagsabgeordneten Dr. Christoph Rabenstein aus Bayreuth und seinem Kollegen Franz Schindler aus Schwandorf darum, den wertvollen Beitrag der ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger zu würdigen. Schließlich wären es die vielen Engagierten in Vereinen und Verbänden, die das soziale Miteinander prägten und das Leben menschlicher machten, betonte SPD-Ortsvorsitzender Rudolf Kirschneck.
In der vollbesetzten Gaststätte fiel es ihm schwer, einzelne Gäste unter der großen Zahl der Vereinsvorsitzenden und Initiatoren des gesellschaftlichen Lebens der Stadt Selb besonders zu begrüßen. So nannte er als Beispiele für außerordentlich gelungene Aktionen die Deutsch-Französische Gesellschaft unter Leitung von Christine Hippmann und den Verein "Zukunft Kinder" unter Führung von Sabine Schaefer.
Dem Landtagsabgeordneten Dr. Christoph Rabenstein ging in der Eisarena förmlich das Herz auf, so freute er sich über das so zahlreich erschienene, breitgefächerte Publikum. Er begrüßte die engagierten Mitglieder der Vereine und Verbände der Stadt Selb und dankte ihnen für ihren Einsatz im sozialen, sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich.
Der Politiker schilderte die Stationen seiner Reise durch das Fichtelgebirge. Der Besuch des Seniorenheimes "Haus Perlenbach" in Schönwald habe ihm gezeigt, wie liebevoll und mit wie viel Respekt die Menschen dort in Würde alt werden können. Der Besuch der Firma KaGo & Hammerschmidt in Schönbrunn verdeutlichte ihm, wie mit Innovation und unternehmerischen Risiko im Fichtelgebirge Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das "Europäische Fortbildungszentrum Stein" in Wunsiedel habe ihm mit den sinkenden Schülerzahlen die demografische Entwicklung vor Augen geführt.
In diesem Zusammenhang stellte der Landtagsabgeordnete seine Regionalstudie vor, die auch die Entwicklung in Selb verdeutlichte. So habe es 1989 in Selb noch 19 373 Einwohner und damit über dreitausend mehr als 2008 gegeben, die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sank in dieser Zeit um 3564. Diese Entwicklung habe in den letzten Jahren nicht nur Oberfranken geprägt, sondern auch die Oberpfalz und andere Regionen erreicht. Deshalb müsse von der Landesregierung endlich ein Maßnahmenbündel geschnürt werden, in dem sich schnelle Internetverbindungen, Radwege, der Ausbau des Tourismus und vieles mehr wiederfänden. Viele Initiativen in diesen Bereichen seien momentan ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, stellte.
Mit Köstlichkeiten aus der Genussregion Oberfranken wolle er seinem Dank Ausdruck verleihen und bei dieser Gelegenheit ins Gespräch kommen, um zu erfahren, wo die Verantwortlichen der Schuh drücke.
Auch der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Franz Schindler aus Schwandorf stellte sich als Vorsitzender des Ausschusses für Verfassung, Recht und Verbraucherschutz den Fragen der Besucher. Er ging in seinen Ausführungen besonders auf die Wirtschafts- und Finanzkrise und ihre Konsequenzen für den "kleinen Mann" ein. Während nun sozial Schwache, Kinder, Rentner oder Behinderte die Zeche zahlen, spielten die Banken weiterhin im Kasino. Er stellte die eher rhetorische Frage: "Was hätten wir mit dem Geld für den Schutzschirm für marode Banken Gutes tun können?" Er sagte gravierende Einschnitte im gesellschaftlichen Leben voraus. Nun müsse wieder durchgestartet werden, beschwor der Landtagsabgeordnete und dankte den in Selb ehrenamtlich Tätigen.
Unterbezirksvorsitzender Ulrich Scharfenberg, Ortsvorsitzender Rudolf Kirschneck, Stadträtin Heidrun Fichter, Kreisverbandsvorsitzender Holger Grießhammer, Landtagsabgeordneter Dr. Christoph Rabenstein aus Bayreuth und Landtagsabgeordneter Franz Schindler aus Schwandorf (von links) beim Sozialempfang. Foto: Riedel





